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Thomas Morgenstern

 

Ein Überflieger, der sonst immer am Boden blieb

Adler Thomas Morgenstern gilt als eine der größten Schisprunghoffnungen
Österreichs. In Kärnten ist er längst die Nummer eins.

Die "Schileidenschaft" wurde ihm quasi in die Wiege gelegt. Onkel Alois Morgenstern war ein Weltklasseläufer, Vater Franz in diesem Metier zumindest
in Österreich sehr erfolgreich. Und alles deutete darauf hin, dass "Nachfahre" Thomas Morgenstern (Jahrgang 1986) diese "alpine Tradition" fortsetzen könnte. Und lange schien es auch so. "Mit neun Jahren bin ich auch schon erfolgreich Schirennen gefahren, habe dann aber meine Liebe zum Schispringen entdeckt und bin ins nordische Lager gewechselt", erzählt Thomas. Und er hat sich gut entschieden. Denn die ansteigende Leistungs- und Erfolgskurve gibt dem Gymnasiasten recht. Inzwischen ist er in Kärnten in seinem Jahrgang zur Nummer eins aufgestiegen. Und seine Erfolgsliste in der heurigen Saison sieht hoffnungsvoll aus. Zum Gesamtsieg im "Atomic-Sprunglaufcup" bei der Jugend I und dem "Austria Cup" gesellte sich als internationaler Höhepunkt der erste Platz beim Jugend Europacup in Frankreich dazu, was dem Europameistertitel entspricht.

Zweifelsohne wandelt Thomas Morgenstern bereits auf den Spuren seines "großen" Vereinskollegen Martin Koch. "Er ist mein Vorbild", meint Thomas. Und doch geht er einen anderen Weg. Denn er ist nicht wie alle anderen erfolgsversprechenden Villacher Schitalente (Groyer, Koch) nach Stams gegangen, sondern in Kärnten geblieben. Er besucht das seit zwei Jahren bestehende Sportgymnasium in Spittal und trainiert weiterhin in Villach bei der Schiläufervereinigung. "In beiden Bereichen gibt es ausgezeichnete Bedingungen", hat er seine Entscheidung, im Lande zu bleiben, nicht bereut. Jetzt hofft der Weitenjäger - in Bischofshofen ist er schon auf 124 m gesegelt - auf die Verwirklichung des "Projektes Großschanze" in der Villacher Alpenarena. Ihm würde eine heimische Großschanze in seiner Entwicklung sehr helfen. "Er hat ausgesprochene Schifliegerqualitäten", bescheinigt ihm auch Welt- und Lehrmeister Heinz Kuttin.

(Walter Feldner)