Startseite

Das Modell

Aufnahme

Das Team

NMS-Sport

Kontakt

Athleten

Absolventen

Aktuelles

Erfolge

Links

J-Berichte

Service


Morgenstern - wieder in Spittal!

 
Heinz Traschitzger (Kleine Zeitung am 08.01.2003)

Morgenstern ist nur nach Erfolgen hungrig:

Thomas Morgenstern verbrachte gestern einen Zehn-Stunden-Tag. Nicht auf irgendeiner Schanze, sondern in der Schule in Spittal.

Für einen Tag drückte der neue Shootingstar unter den Schispringern gestern die Schulbank in der Klasse 7s (für Sport) des Spittaler Sportgymnasiums. Heute geht es bereits wieder nach Liberec zum nächsten Weltcupspringen. Klar, dass das fulminante Comeback des Kärntners bei der Vierschanzen-Tournee zumindest in den Pausen des Zehn-Stunden-Schultages ein bevorzugtes Diskussionsthema war. Bei einem Blick zurück fällt Franz Morgenstern ein, dass er seinen Filius nach dessen spektakulären Sturz in Finnland vor einem guten Monat „mental ramponiert“ in Salzburg abholen musste. Ungewissheit herrschte damals darüber, wie es weitergeht, wie „Morgi“ den Stern psychisch verkraften würde? Dennoch hatte die erfolgreiche Rückkehr des 17-Jährigen auf die Schanze für den Herrn Papa durchaus nicht so sensationelle Züge w ie für alle anderen: „Dass Thomas zur Weltklasse gehört, hat er ja schon mit dem Sieg im Sommer-Grandprix bewiesen“, stellte er klar. Außerdem sei er bereits in Finnland vor seinem verhängnisvollen Betriebsunfall in guter Form gewesen. Ausschlaggebend für Franz Morgenstern war dann, dass in der Phase der Rekonvaleszenz ein Rädchen ins andere gegriffen hätte: „Es waren viele, die Thomas auf dem Weg zurück geholfen haben.“

Wie sieht er als Vater die Diskussion um Magersucht, „Kolibris“ und „Biafra-Kinder“, wie Karl Schranz die Schispringer gar nannte? Für Thomas sei das kein Problem, er hungere nicht, esse, was ihm schmecke. In der Tat: Morgenstern zählt mit einem Gewicht zwischen 64 und 65 Kilogramm bei einer Größe von 1,80 m nicht unbedingt zu den Leichtgewichten in der Branche. Als er am Dienstag nach getaner Arbeit in Bischofshofen nach Hause nach Lieserbrücke gekommen ist, hätte er zum Beispiel mit Freundin Kristina ganz normal eine Pizza gegessen. Davon, dass sich die meisten Springer kasteien, am Tag von Bewerben nur Müsliriegel zu sich nehmen, hat der Springervater noch nichts bemerkt. Gefrühstückt werde normal, nur wären die Portionen halt ein bisserl kleiner. So ist es zumindest beim ÖSV, versicherte der Finanzbeamte. Apropos, Finanzbeamter: Der Junior streifte mit seinen Spitzenplätzen bei der Tournee 15.000 Euro an Preisgeldern ein. Das Geld verwaltet – mit Absprache des Jungadlers – der Vater. Der vertraut da auf die traditionelle Form des Sparens.

Das familiäre Umfeld hat den Höhenflug des Oberkärntners nicht unwesentlich beschleunigt. Morgenstern ist außerdem der einzige Springer, der von einem eigenen Fanklub (“Seeboden fliegt auf Thomas Morgenstern“) angefeuert wird. „Es sind fast lauter Verwandte“, klärt Vater Franz auf. In Innsbruck und Bischofshofen waren 60 Daumendrücker dabei, in Oberstdorf und Garmisch an die 30. Am Dienstag in Bischofshofen ist auch noch die Feuerwehr Hühnersberg ausgerückt. Dabei ist der Erfolgsdurst des Aufsteigers ohnehin nicht zu löschen.