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Fankhauser und Seidl tragen wesentlich zur Sensation bei. Unsere
Mädchen besiegen den regierenden Europameister im Auftaktspiel
der WM mit 3:2!!! Den ersten Satz beginnt die Mannschaft so wie von Coach Eva Brodyova
angesagt - ohne Angst vor dem scheinbar übermächtigen
Gegner. Ins erste technische Time Out geht Österreich mit
4 Punkten Vorsprung. Erst bei der zweiten technischen Auszeit
ist Ukraine erstmals vorne, 16-15, und baut den Vorsprung auf
drei Punkte aus. Unser Team steckt aber nicht auf, kämpft
sich heran und führt sogar 23-21. Lange Ballwechsel, tolles
Spiel auf beiden Seiten in dieser entscheidenden Phase, der Europameister
wankt aber fällt nicht, 25-27. Im dritten Satz besinnt sich Ukraine ihrer bis zu diesem Zeitpunkt einzigen wirksamen „Waffe“, der um 8 cm größeren Durchschnittsgröße der Athletinnen. Der Ball wird nur mehr hoch über die Außenpositionen gespielt, der Block stellt sich besser auf das variantenreiche Angriffsspiel von Österreich ein. Unsere Mädchen sind gezwungen noch höheres Risiko beim Service und Angriff einzugehen, Eigenfehler sind die logische Folge. Der dritte Satz geht klar an den Favoriten, 16-25. Wer geglaubt hat, dass der Kampfgeist unserer Mannschaft damit gebrochen sein könnte, irrte gewaltig. Der vierte und der fünfte Satz waren die spannendsten und besten, die diese junge aber schon so erfolgreiche ÖVV-Mannschaft je gespielt haben. Die Tatsache, dass der Europameister im gesamten Spiel nur einen einzigen (!!) Servicefehler und insgesamt nur 20 Punkte unseren Mädchen „geschenkt“ hat, zeigt welche Leistung notwendig war um diese Gegner zu besiegen. Unsere Mannschaft hat in den schwierigsten Phasen perfektes Volleyball gezeigt, und hat bewiesen, dass Körpergröße und ein EM-Titel keine Garantie für Siege sind. Zum Gewinnen braucht man zusätzlich zu einer perfekten Vorbereitung und Taktik nämlich auch ein Kämpferherz und einen festen Glauben in die eigenen Stärken!!! Diese Eigenschaften hat die rot-weiss-rote Sensationsmannschaft schon des Öfteren unter Beweis gestellt. Die berühmte „Crunch Time“ im vierten im fünften Satz hat sich auch diesen Namen verdient. Ab dem Stand von 16:15 im vierten Satz liefert Österreich mit unglaublichem Einsatz dem Europameister einen Kampf um jeden Ball, Punkt für Punkt, und erkämpft sich sechs Satzbälle. Alle werden aber vom Gegner souverän abgewehrt. Erst der siebente wird von der kleinsten Angreiferin am Spielfeld, Chukwuma, gegen einen Doppelblock verwertet. Ukraine geschockt, die Sensation liegt in der Luft!! Österreich übernimmt ab dem Seitenwechsel im fünften Satz das Kommando, kann einen drei Punkte Vorsprung mit einer Glanzleistung in der Feldabwehr, in erster Linie vom Libera Bolg Eva, herausspielen. Beim Stand von 14-11 für unsere Mädchen flattern angesichts der Sensation zum ersten Mal die Nerven. Keiner der drei Matchbälle kann genutzt werden und es kommt noch schlimmer. Bei 14:15 gibt es erstmals (und zum einzigen Mal) Matchball Ukraine. Kapitänin Louise Seidl fasst sich ein Herz und spielt einen schnellen Angriff über Medek in der Mitte. Ukraine wieder ratlos, der Schock sitzt tief. So tief, dass Österreich mit zwei Assen hintereinander den entscheidenden Satz mit 17-15 gewinnt. Coach Brodyova und Kapitänin Seidl sind sich nach dieser sensationellen Leistung bei der Pressekonferenz einig : „...David schlägt Goliath - ein unglaubliches Gefühl schon beim ersten WM Spiel die Sensation des Bewerbes zu liefern. Wir haben immer an uns geglaubt, und obwohl uns wahrscheinlich niemand einen Sieg gegen den Europameister zugetraut hat, hat unserTeamgeist nie nachgelassen. Wir sind alle stolz auf dieses Ergebnis, wollen uns jetzt auf den nächsten vermeintlich unbezwingbaren Gegner einstellen...“. Der nächste Gegner ist morgen um 12h MEZ Asien-Vizemeister Korea. Wieder eine Premiere für unsere Mädchen, denn bis jetzt konnte man keine Erfahrungen gegen asiatische Mannschaften sammeln. Ob eine weitere Premiere wieder ein gutes Omen ist? Auf jeden Fall übernimmt Österreich bis zur zweiten Gruppenbegegnung, China-Korea heute Abend, die Tabellenführung im Pool B. Boris Kostresevic (ÖVV-Presse) | ||||||||||||||||||