Ein erfolgreiches Modell

Eine große Gratulantenschar stellte sich zum 10-Jahr-Jubiläum
des SSL Kärnten ein: Die beiden Initiatoren Wilfan und Sadovnik
mit Stadtrat Steinkellner, FI. Macher-Meyenburg, Landesschulratspräsidentin
Egger, Vize Altersberger. Sportlandesrat Schantl, Ex-Minister
Ausserwinkler und Borg-Direktor Ebner sowie Leichathletin Waldkircher
und Olympiasieger Morgenstern.
Foto: Eggenberger
Zehn Jahre Schulsportleistungszentrum Kärnten am Borg.
Zahlreiche Spitzenathleten drückten in Klagenfurt und Spittal
die Schulbank.
NHL-Profi Thomas Pöck besuchte es ebenso
wie Fußballprofi Emanuel Pogatetz oder Olympiasieger Thomas
Morgenstern. Die Rede ist vom Schulsportleistungsmodell am Borg
Klagenfurt und der Außenstelle Borg Spittal. Das Zehn-Jahr-Jubiläum
wurde kürzlich gefeiert, es war eine Bilanz über zehn
Jahre Sport-Erfolgsgeschichte.
In diesem Zeitraum gelang es neben den oben genannten,
einer großen Anzahl von Sportlern an die nationale und internationale
Spitze heranzukommen. So können Exschüler 470 Österreichische
Meistertitel erringen, dazu gab es rund 550 Nationalteameinberufungen
in diverse Nationalteams.
So weiß auch Thomas Morgenstern um die
Bedeutung des Modells, er besuchte die Schule ja bis heuer. „Das
war das Beste was mir passieren konnte. Nicht in einem Internat
wie Stams, rund 300 Kilometer von zu Hause entfernt, sondern vor
der Haustüre meine sportliche und schulische Ausbildung zu
erhalten“, meinte er und setzt fort: „Ich war ja eher
ein fauler Schüler, aber wenn ich die Unterstützung
der Schule gebraucht habe, habe ich sie gleich bekommen.“
Und darin liegt auch das Erfolgsgeheimnis der
Schule. Viele Aktive sind oft wochen- oder monatelang bei Wettkämpfen
unterwegs und blocken dann wieder den Unterricht. Oder sie verbringen
oft acht bis zehn Stunden in der Schule um sich sportlich und
schulisch weiterzubilden, ehe es erst zum Klub-Training geht.
Wichtig sind aber noch weitere Säulen der
Ausbildung und Unterstützung. So gibt es sportwissenschaftliche
Betreuung ebenso wie sportmedizinische. „Dazu haben wir
auch Ernährungswissenschaftler, Physiotherapie und psychologische
Betreuung für unsere Athleten“, weiß der SSL-Obmann
Franz Wilfan, der in den Sportkoordinatoren Klaus Sadovnik (Klagenfurt)
und Andreas Biedermann (Spittal) sowie den Lehrkörpern der
beiden Schulen, gute Partner hat.
Und viele kamen um zum Jubiläum zu gratulieren.
Direktor Walter Ebner konnte unter anderem Direktorkollegen Jugovits
aus Spittal, Landesrat Schantl, Landesschulratspräsidentin
Egger, Vize Rudi Altersberger, Stadtrat Peter Steinkellner, LSD
Reinhard Tellian, aber auch Ex-Minister Michael Außerwinkler,
einer, der großen Anteil am Entstehen des SSL hatte, begrüßen.
Bericht: Arnulf Perdacher, Kleine Zeitung

Franz Wilfan ist Obmann des SSLK (Foto: Fritz Leopold)
Erfolg im Sport und Unterricht - Ein Interview
mit dem Obmann des SSLK
1. Wie kam es zur Gründung des Schulsportleistungsmodells,
was gab es vorher?
Franz Wilfan: Die Initiative kam von Klaus Sadovnik und mir. Wir
haben uns als Lehrer am BG/BRG Lerchenfeld schon mit jungen Sportlern
beschäftigt, dazu war Sadovnik privat bei Tennisnachwuchs
involviert, ich war Nachwuchsleiter beim KAC. Wir hatten in der
Unterstufe so bekannte Sportler wie Pöck, Koch, Reichel,
Winzig oder Pogatetz und sahen wie schwierig Schule und Sport
für sie zu vereinbaren waren. Das brachte uns dazu, initiativ
zu werden und so entstand schließlich das SSL Kärnten.
2. Wie war dabei die Unterstützung durch
Politik und Sportverbände?
Wilfan: Sehr gut, sie ermöglichten uns erst
den Start, es musste ja zuerst einen Beschluss der Landesregierung
geben um die Gründung vorzunehmen. Und das Bundeskanzleramt
finanziert das Modell mit, ebenso wie das Land und die Städte
der beiden Borg-Standorte, Klagenfurt und Spittal. Die Zusammenarbeit
mit Vereinen und Verbänden klappt gut, schließlich
schlagen sie uns die Kandidaten zum Großteil vor.
3. Wie wird man bei euch Schüler und welche
Ziele verfolgt ihr?
Wilfan: Man muss einen zweitägigen Leistungstest ablegen.
Der ist schwerpunktmäßig auf die jeweilig betriebene
Sportart, aber auch auf Motivation und intelligentes Verhalten
des Schülers ausgerichtet. Ziel ist es im Rahmen der dualen
Ausbildung mindestens Maturareife zu erlangen sowie sportlich
Bundes- oder Weltklasseniveau zu erreichen.
Interview: A. Perdacher
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