Die Morgi-Mania im WWW

Der "Herr der Lüfte" als "Herr der Tastatur":
Thomas Morgenstern gibt´s
nun im Netz als animierten Schispringer. Jeder kann online gegen
den
Kärntner Überflieger antreten. ,"Das beste Game,
das ich je gespielt habe."
SPITTAL. Thomas Morgensterns Akkus sind derzeit ziemlich leer.
Und auch die
seines Laptops werden ordentlich beansprucht, gilt es doch, Schi
zu
springen - diesmal im Internet.
Virtuelle Schanze
"Ski Jump Challenge 08 Thomas Morgenstern" heißt
das neueste Online-Spiel,
das ab Freitag Sprungfeeling in die Wohnzimmer bringt und Morgi
über die
virtuelle Schanze flitzen lässt. Es kann von der Homepage
www.thomasmorgenstern.com downgeloadet werden. Die Bakken von
Villach,
Garmisch, Zakopane (Flutlicht) und Lahti (windanfällig!)
sind im Angebot,
nervenzerfetzende Duelle am PC inbegriffen.
Dass der "Herr der Lüfte" nun zum "Herrn der
Tastatur" mutiert, bewies er
gestern bei einer Live-Demonstration seiner Künste in Spittal.
Morgi legt vor
Dort stellte er im Red-Bull-Truck bereits Höchstweiten auf.
Die Kids seiner
ehemaligen Schule, dem BORG Spittal, durften ihm bei den Internet-Jumps
über
den Rücken schauen.
"Es ist kein Geheimnis, dass ich im Springerlager am PC unschlagbar
bin",
grinst "Morgi". Er hat das Spiel selbst mitentwickelt.
"Eine geniale Sache,
das beste Game, das ich je gespielt habe. Hocke, Anfahrt, Absprung,
alles
ist perfekt umgesetzt. Auch der Telemark und das Jubeln zum Schluss.
Ich
hoffe, es kommt gut an, die ganze Web-Community kann mit mir um
die Wette
springen", so der 21-Jährige.
Besonders witzig: Es springt natürlich "Morgi"
persönlich und seine Jumps
sind auch mit persönlichen Kommentaren unterlegt. "Die
Studioaufnahmen waren lustig. Ich glaub, ich hab ein paar gute
Sager drauf."
Parallel zur Schiflug-WM in Oberstdorf steht auch am PC eine beinharte
Flugwoche bevor, wenn online der Weltmeister ermittelt wird. "Wer
beim
Schispringen gut ist, muss beim Schifliegen noch lange kein Favorit
sein.
Wahrscheinlich ist ein neues Setup fällig", so der Olympiasieger
und
Weltmeister.
1. Preis: Airrace 2008
Auf die Online-Schiflieger warten natürlich tolle Prämien:
Der neue
Weltmeister wird beispielsweise mit Begleitung zum Red Bull Airrace
2008
eingeladen - inklusive VIP-Package, Übernachtung und "Meet
and Greet" mit
Morgi.
"Der Morgi ist und bleibt ein Netter ..."
SPITTAL. "Der Morgi ist ein Mordshund und trotzdem am Boden
geblieben."
So lautet das Urteil von Daniel Heitzmann, Radfahrer und Mitglied
des
Schulsport-Leistungszentrums im BORG Spittal. "Er ist und
bleibt trotz seiner Erfolge ein supernetter Kerl. Der beste Beweis
dafür ist, dass er mich nach wie vor kennt", fügt
Schwimmerin Ruth Zimmermann augenzwinkernd hinzu.
Ein fauler Hund ...
Alle Schüler haben selbstverständlich den Olympiasieger
als großes Vorbild
auserkoren. "Ich bin mir dieser Rolle bewusst. Zwar war ich
in der Schule
ein fauler Hund, aber geschafft hab ich es trotzdem. Hätt
ja auch blöd
ausgeschaut, wenn meine Schwestern die Matura haben und ich nicht.
Aber
Schule ist nicht fünf Jahre Gaude. Wie im Sport zählt
auch die Leistung.
Jeder Sportler hier im BORG hat die selben Ziele: die Matura absolvieren
und
ein Weltklasse-Athlet werden", sagt Thomas Morgenstern.
In Stams läuft alles laut Plan
Dass mit Alejandro Kuha ("Alle schauen zu Thomas Morgenstern
auf, er ist
einfach der Größte") nur ein Schispringer ins
Spittaler BORG geht, ist
Morgenstern ein Dorn im Auge. "Das wird sich bald ändern.
Stams ist derzeit
noch Anlaufstation Nummer eins. Aber das muss einem auch gefallen
- das
Internat, dass alles nach Plan abläuft und man sogar fragen
muss, wenn man
an die frische Luft will. Das BORG in Spittal hingegen ist die
ideale
Bildungseinheit. Ich kann´s jedem weiterempfehlen",
so der Überflieger.
Link zu Morgi's Homepage: http://www.thomasmorgenstern.com/
Thomas Morgenstern relaxt nach seinen Triumphen jetzt im Kreis
seiner Familie in Lieserbrücke. Konditionsprogramm und Weihnachtseinkäufe.
23 Bewerbe gilts noch zu springen - der Gesamtweltcup ist Morgis
Ziel.
Bericht: Andreas Jandl
Villach: Zuerst war nur ein Springen in Villach angesagt, dann
sinds zwei geworden - und seine Fans wünschten, die Morgi-Mania
in Kärnten würde Tag für Tag weitergehen. Thomas
Morgenstern hat seine Anhänger in der Alpen-Arena glücklich
gemacht, muss laut eigenen Angaben den sensationellen Saisonstart
erst verarbeiten und setzt sich neue Ziele: "Die Egalisierung
der Weltcup-Rekordserie von sechs Siegen in Folge wäre unglaublich."
Gleichzeitig tritt er auf die Euphoriebremse: "Ich habe tolle
Fans, und ich weiß, dass jetzt alle Leute verlangen, dass
es so weitergeht. Ich kann aber sicher nicht die ganze Saison
hindurch gewinnen. Mein großes Ziel ist viel weiter weg."
Genau 23 Springen bis zum Finale Mitte März in Planica (dazwischen
die Schiflug-WM in Oberstdorf), dann will Morgi als erster Österreicher
nach Andreas Goldberger 1996 als Weltcup-Gesamtsieger feststehen:
"Das wär ein Traum."
Locker bleiben
"Die Siege auf meiner Heimschanze sind etwas ganz Besonderes.
Derzeit läuft einfach alles wie geschmiert. Ich muss weiterhin
einfach locker bleiben", sagt Morgenstern, der bis Mittwoch
bei seiner Familie in Lieserbrücke relaxen wird.
"Bis Engelberg ein bisschen Kondition machen", so Tommy,
auch ans "Christkindl" will er denken. Mit seinen fünf
Triumphen hat er sich ein nettes Weihnachtsgeld verdient: Villach
brachte zwei Mal 30.000 Franken (die FIS rechnet mit Schweizer
Geld; sind 18.000 Euro) ein, gesamt hält der Sunnyboy bei
93.000 Euro.
Berichte: Neue KTZ - Abteilung Sport
|