Zwei aus dem Land der schnellen Männer

Radtalente Marco Haller und Jan Sokol wollen in die Fußstapfen der Supersprinter Bernhard Eisel und Peter Wrolich treten. Am Wochenende fahren die Youngsters im U23-Nationalteam.
Bericht von Andreas Jandl
Dass Kärnten ein Land der schnellen Männer ist, haben die Radprofis Bernhard Eisel und Peter „Paco“ Wrolich in der Vergangenheit viele Male bewiesen. Nun schickt sich ein blutjunges Duo an, in diese Fußstapfen zu treten. Die Namen: Marco Haller und Jan Sokol, die an diesem Wochenende bei der Berlin-Rundfahrt gemeinsam für Österreichs U23-Nationalteam um Spitzenplätze sprinten sollen.
Für Haller ist es überhaupt der erste Einsatz im U23-Team. „Ich muss erst schauen, welche Aufgaben mir zugeteilt werden“, meint der Bronzemedaillen-Gewinner der Junioren-WM 2009. Im Hinterkopf spekuliert er damit, die teaminterne Nummer eins im Sprint zu sein. „Top-Ten-Plätze müssten auf alle Fälle möglich sein“, so der 19-Jährige.
Sein Rivale um die Vorherrschaft im Sprint ist ausgerechnet der um ein Jahr ältere Sokol: „Ein Podestplatz bei einer der Etappen ist mein Ziel.“ Für wen der beiden bei Massenankünften gefahren wird, soll die Tagesverfassung entscheiden. Ein weiterer gemeinsamer Nationalteam-Einsatz steht Ende Juli bei der U23-EM in der Türkei am Programm.
Rennen und Matura
Pikant: Haller und Sokol sitzen in derselben SSLK-Schulklasse und sind derzeit abseits ihrer Renneinsätze im Maturastress. In der Vorwoche stand die schriftliche Reifeprüfung am Programm, am 18. Juli folgt die mündliche.
Das Ende der Doppelbelastung sollte den Karrieren den nächsten Schub geben. „Das wird sicher ein Vorteil, ich kann meinen Körper besser regenerieren. Neben der Schule ist es oft schwer, sich zu motivieren. Zum Jahresende erwarte ich mir eine deutliche Leistungssteigerung“, betont Haller. Ob er ab Oktober im Heeressport-Zentrum Platz findet, soll sich nächste Woche entscheiden. Mit seinem ersten Jahr bei den Elite-Fahrern zeigt sich der Klagenfurter zufrieden: „Obwohl die Distanzen länger sind, kann ich auf nationaler Ebene mit dem Tempo mithalten.“
Eine Erkenntnis, die Sokol schon im Vorjahr machte. Mit einem siebenten Platz auf der Schlussetappe der Mallorca- Rundfahrt zeigte der Villacher vor wenigen Wochen, dass er international reüssieren kann. Selbst ein Einsatz bei der Österreich-Rundfahrt 2010 scheint für ihn realistisch.
Während sich das Duo in der Schule und bei Rennen regelmäßig trifft, werden die meisten Trainingseinheiten (auch ob der unterschiedlichen Wohnorte) getrennt absolviert. Haller profitiert von Ausfahrten mit Eisel und Wrolich. Sokol übt mit Freunden aus dem Mountainbike-Lager.
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