Papa war sein Lehrer

Matthias, der Sohn von Heli Mayer, feiert in Sölden Weltcup-Premiere im Riesentorlauf. Er entstammt dem Projekt „Kärntner Weg“ von Raimund Berger.
Im Jahr 1987 gewann Helmut Mayer den Weltcup-RTL in Kranjska Gora, zwei Jahre später folgte WM-Silber in Vail. Jetzt hat Sohn Matthias die Chance, in die Fußstapfen des Vaters zu treten. Der 20-Jährige schaffte als einziger Kärntner die Qualifikation für den Weltcup-RTL am Sonntag in Sölden. Für den Afritzer ist es der zweite Einsatz in der Königsklasse nach der Super-Kombi in Sestriere. „Obwohl ich gut in Form bin, sind die Erwartungen nicht groß. Wenn ich mich auf dem extrem schweren und eisigen Hang für den zweiten Durchgang qualifizieren kann, wäre das super“, hält Matthias jeglichen Druck von sich fern.
Auch die Erfolge seines Vaters „sind mir wurscht. Bitte nicht falsch verstehen, ich meine nur, sie können mir jetzt nicht helfen.“ Sehr geholfen hat ihm der Papa aber in der Jugend: „Da hab' ich extrem viel von ihm gelernt. Weil das so ist, ziehe ich ihn jetzt immer wieder hinzu und stelle Fragen. Vor allem in der Vorbereitung.“
Die absolviert der Junior noch sehr oft in der Innerkrems. Dort trainieren alle Damen und Herren, die zum Projekt „Kärntner Weg“ von Raimund Berger gehören. „Vor zehn Jahren starteten wir dieses Modell. Es besteht aus drei Säulen – den Schulen Sport-Borg Spittal, der Schi-Hauptschule Spittal, der Sport-Hauptschule Spittel, dem Leistungszentrum Innerkrems mit Stützpunkttrainer Jürgen Albel und dem Landesschiverband“, erklärte Berger. Neben Mayer sind auch Carmen Thalmann und Thomas König, Otmar Striedinger, Lukas Kraxner und Werner Franz III ins Projekt integriert.
„Für mich ist dieses Modell ideal. Ich konnte alles von zu Hause aus machen, meine Freunde behalten, musste nicht im Internat leben“, ist Matthias froh, „außerdem war es für die Eltern wesentlich billiger.“
Zur Person:
Matthias Mayer, geboren am 9. Juni 1990 in Villach
Eltern: Helmut (Super-G-Olympiasilber 1988, RTL-WM-Silber 1989) und Margret
Schiklub: SC Gerlitzen
Erster Weltcup-Einsatz: Super-Kombi in Sestriere 2009
Größte Erfolge: 3. Platz Europacup-Super-G 2009, Super-G-Silber Junioren-WM 2008, 6. Super-G- Europacup-Wertung
Kleine Zeitung, 19.10.2010, Joschi Kopp
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