Ofner folgt Becker nach

Den Ball im Visier. Patrick Ofner war beim ITF-Jugendturnier in Villach das Maß der Dinge JANNACH/FOTOPOOL GÖTZHABER
Patrick Ofner gewann das ITF-Jugendturnier in Villach ohne Satzverlust und wandelt auf den Spuren von Tennislegende Boris Becker. In der Weltrangliste winken dem Kärntner die Top 20.
Was hat der junge Klagenfurter Patrick Ofner mit Boris Becker, Thomas Muster, Alexander Antonitsch und Marin Cilic seit gestern gemeinsam? Er konnte wie diese nicht gerade unbekannten Tennisgrößen das ITF-Jugendturnier in Villach gewinnen. Wobei zu erwähnen ist, dass sich Muster/Antonitsch „nur“ im Doppel in die Siegerliste eintragen konnten.
Der 18-jährige Klagenfurter behielt im Finale die Nerven und besiegte Robin Stanek mit 6:3, 6:3. Ofner hatte auf das schnelle, geradlinige Spiel des Tschechen stets die passende Antwort, nahm das Tempo geschickt heraus und agierte variantenreich. „Das Heimturnier vor so vielen Zuschauern, meiner Familie, meinen Fans zu gewinnen, ist überragend. Und mit Boris Becker auf der Siegerliste zu stehen, freut mich sehr“, sagte Ofner, der in der neuen U18-Weltrangliste um Platz 20 aufscheinen wird.
Ob eine Karriere à la Becker realistisch sei? „Natürlich habe ich meine Ziele. Zuerst möchte ich aber in einem Jahr die Matura machen. Dann würde ich schon gerne Profi werden. Wie weit man kommt, hängt dann von vielen Faktoren ab“, bleibt Ofner nach einem seiner größten Karriereerfolge Realist. Zeit für ausgelassene Feiern hatte der Kärntner nicht. Bereits heute um 10 Uhr steht er für die Sportunion Klagenfurt in der Landesliga A auf dem Platz. Ab Montag spielt Ofner beim ITF-A-Turnier in Mailand. Auch dort sollen ihm der Kampfgeist und die druckvolle Vorhand Siege bringen. Noch viel Luft nach oben sieht der 1,70 Meter große Ofner beim Aufschlag. Dass ein Sieg in Villach ein Sprungbrett, aber nicht automatisch mit der ganz großen Karriere verbunden ist, zeigte sich an Herbert Wiltschnig. Der Kärntner gewann 1992 in Villach, liegt derzeit auf Rang 675 der Weltrangliste und schaffte als bestes Ranking immerhin Platz 171.
Bericht: Andreas Jandl, Kleine Zeitung am 15.05.2011
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