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Lisa Zaiser schlägt weiter hohe Wellen

Kurzbahn-EM: Mit ihrem zweiten österreichischen Rekord binnen 24 Stunden belegte die Spittalerin Lisa Zaiser (17) im 100- Meter-Lagen-Finale Platz sieben. Uschi Halbreiner wurde Zehnte. Keine Medaille für Dinko Jukic.

Ein kurzes Lächeln in die TVKamera, raus aus dem Trainingsanzug, Schwimmbrille aufgesetzt, rauf auf den Sockel und Konzentration auf den Startschuss. Gestern, Punkt 18.16 Uhr, war es so weit: Zum ersten Mal in der Geschichte des Schwimmsports nahmen zwei Kärntnerinnen bei einem internationalen Großereignis an einem A-Finale teil.
Wie es der Zufall so wollte, schwammen die Spittalerin Lisa Zaiser (17) und die Wolfsbergerin Uschi Halbreiner (20) im Endlauf über 100 Meter Lagen bei der Kurzbahn- EM im polnischen Stettin auch gleich nebeneinander. Und beide Spitzensportlerinnen haben sich in der „Floating Arena“ wahrlich nicht blamiert – im Gegenteil. 2/100 Sekunden schneller als im Semifinale. Während Halbreiner in ihrem ersten Finale bei einem Großereignis in einer Zeit von 1:02,09 Minuten Platz zehn belegte, gelang Zaiser ein weiterer Meilenstein in ihrer noch jungen Karriere. Sie verbesserte ihren am Vortag im Semifinale fixierten österreichischen Rekord um zwei Hundertstel auf 1:00,77 Minuten und schaffte den hervorragenden siebenten Platz.
Zur Bronzemedaille fehlten 67 Hundertstel. Gold ging an die deutsche Theresa Michalak in 59,05 Sekunden. Vor allem auf der Delfin- und Kraullänge beeindruckte Zaiser mit schnellen Zügen. „Bin mental so stark drauf“. Um Kräfte für ihr zweites Finale bei der EM zu sparen, hatte sie zuvor den Vorlauf über die 100 Meter Delfin ausgelassen. „Ich bin mental derzeit so stark drauf, dass mir einfach alles aufgeht“, meinte die Schülerin. Sichtlich gerührt war ihr Trainer Ferdinand Kendi: „Wenn man sieht, welche Weltklasseschwimmerinnen
da am Start waren, war ihre umso erstaunlicher.
Sie hat sich selbst ein verfrühtes Weihnachtsgeschenk gemacht.“ Halbreiner nach Platz zehn: „Ich habe es genossen und nehme die Erfahrung mit.“ Über 50 Meter Rücken gelang der Wolfsbergerin weiters eine persönliche Bestzeit,
sie schied aber im Vorlauf aus. Am heutigen Schlusstag wird Zaiser noch den Vorlauf über 200 Meter Kraul bestreiten, Halbreiner jenen über 200 Meter Rücken. Für Zaiser geht’s dabei um die nationale Qualifikation für die Kraul-Staffel für die Langbahn-EM 2012. „Lisa kann da völlig ohne Druck schwimmen. Der Einzug ins Semifinale ist aber nicht realistisch“, sagte Kendi.

Was tat sich sonst noch? Der Wiener Dinko Jukic verfehlte auch in seinem dritten Finale eine Medaille. Der 22-jährige Titelverteidiger wurde über 200 m Delfin in Endlauf Siebenter. Der Sieg ging an den Ungarn Laszlo Cseh – sein drittes Gold bei der EM in Stettin.

FRANZ HOLLAUF, Kleine Zeitung, 11.12.2011

Video auf Youtube:
http://www.youtube.com/watch?feature=player_detailpage&v=rwczQiqHB24